23. Juli 2009 in Winterbach das 6. Zeltspektakel - Bericht und Bilder zum Eröffnungskonzert

Steve Winwood und Joe Bonamassa waren eine Reise wert.

Von langer Hand vorbereitet durch eine Einladung der Kulturinitiative Rock e.V. durch den Vorsitzenden Steffen Clauss machte ich mich auf den Weg nach Winterbach bei Stuttgart zum 6. Zeltspektakel, um zwar in erste Linie Steve Winwood und seine Band zu sehen. Aber auch um Joe Bonamassa hier wieder zusehen, den ich hier in Hamburg schon im Downtown-Blues Club live erleben durfte und daher wusste, das diese Konstellation an Künstlern nur erfolgversprechend werden konnte.

Animation Bilder von Thilo Ortmann       Joew Bonamassa

Animation aus Bildern von Thilo Ortmann - Winterbach.  Die Bilder kann man in Ruhe betrachten siehe Link unten.
     
Joew Bonamassa   Joe Bonamssa  Joew Bonamassa

Zwar sollte der Abend um 19.30 Uhr beginnen, aber Joe zog kurzerhand mit seine Band schon gegen 19.15 auf die Bühne und legt sodann gleich los. Selbst die Unpäßlichkeit seiner Stimme tat seinem Auftritt keinen Abbruch. Joe spielte und zog alle Register seines unwahrscheinlichen Gitarrenspiels, was ihn vor allem unter den eingefleischten Bluesfreunden bekannt ist und gemacht hatte. Dies wurde auch von dem Publikum sehr anerkennend gewürdigt. An Songs u. a. brachte er: "The Ballad Of John Henry "Last Kiss" vom neusten Album Danach folgte ein Querschnitt aus früheren Alben wie “So Many Roads" , "Further up the road","Great flood" “Woke up dreaming" letzerer Song als akustische Version. Die junge englische Sängerin Sandi Thom kam mit dem Song "The Pink And The Lily". Mit zwei bombastischen eigenständige Coverversionen  von „Just got paid” von ZZ Top und von Led Zeppelin “Dazed and confused” ging dann leider Joes einmaliges Konzert schnell zu Ende. Trotz der kurzen Spieldauer hatte er es geschafft dem ca. 2500 Personen starken Publikum sehr gut einzuheizen. Sogar Wolfgang Niedecken von BAB, den ich Backstage traf und mit ihm von dort aus Joe teilweise akustisch verfolgen konnte, lobte Joe Bonamassa, dass er mir erzählte, dass er sich erst mal die Alben von Joe besorgen würde. Ein schöneres Kompliment zu diesem kurzen Gig von einem gestandenen Musiker-Kollegen kann man nicht erhalten.

 Wofgang Nierdecken Backstage                                            Joew Bonamassa

Wolfgang Nierdecken beim Autogramme geben               Joe nach dem Konzert backstage

Aber worauf ja nun das Publikum und natürlich auch ich gewartet hatten begann dann um 21 Uhr. Nach einer kurzen Anmoderation und Vorstellung von dem Vernstalter Steffen Claus von der Kulturinitiative Rock e.V.Kulturinitiative Rock e.V. erschein Steve mit seine Band und legte gleich mit
„I `m A Man“ so richtig los, dass das Zelt gleich richtig zu brummen anfing.

Animation fotos von Thilo Ortmann     Steve Winwood  

Animation aus Bildern von Thilo Ortmann - Winterbach.  Die Bilder kann man in Ruhe betrachten siehe Link unten.

Steve Winwood   Steve Winwood Steve Winwood

Mit „Hungry Man” und “Cant Find My Way Home”  wurde es dann etwas andächtiger. Mit „Dirty City“, übrigens eins meiner Lieblingssongs, machte Steve dann gleich schwungvoll weiter an der Gitarre. Seine altbekannten Band-Kollegen Jose Neto – Sologitarre, Paul Both - Flöte, Saxophon und auch mal Keyboards wie hier bei Dirty City, Richard Bailey  - Drums und  Karl Vanden Bossche – Percussion zeigten sich ebenfalls als gleichberechtigte Musiker an Steves Seite. Er lies ihnen auch genug Spielraum für schöne Einzel-Solis.

“Pearly Queen” ein Klassiker aus den frühen Traffic Tagen erfuhr eine gefühlvolle frische Erneuerung in der Darbietung durch Steves Stimme, die ja nun so oder so unverkennbar ist und hier besonders gut zur Geltung kam.

Bei “Fly” und „At Times We Do Forget“  aus seine letzten CD Nine Lives  zeigten auch seine Kollegen abwechselnd ihr hohes musikalisches Know How.

Mit „ Light Up Or Leave Me Alone” errinnerte Steve ebenfalls aus der mittleren Dekade von Traffic vor allem an seinen verstorbenen Freund Jim Capaldi, der diesen Song mitgeschrieben hatte und in der Urversion auch gesungen hatte. Hier lief auch besonders Richard Bailey mit eine minutenlangen Drumsolo zu seiner persönliche Hochform auf. Dieser Song war von Steve und seiner Band durchaus liebevoll umgesetzt worden.

Nach einer kurzen Vorstellung der Band durch Steve folgte die Überraschung mit den nächsten beiden Songs: „Low Spark Of High Heeled boys” und „Crossroads“ wo Steve Joe Bonamassa auf die Bühne holte und er selbst an der Orgel und Gesang und Joe an der Gitarre so richtig für Stimmung sorgten im Zelt. Hier gab es mal wieder eine der Session-Sternstunden zwei wirklicher Künstler. Hier konnte man wirklich live erleben was Vollblutmusiker ausmacht. Sie spielten so richtig zusammen als hätte sie nie etwas anderes gemacht. Jeder macht seine Soloeinlagen und man spielten doch auch sehr homogen zusammen. So was wird man nicht vergessen. Es ist wirklich schön, dass gestandene Alte Hasen wie Steve auch jüngeren Supertalenten wie Joe durch solche Aktionen eine reelle Chance geben. Das sind noch echte Musikerkollegen.

“Higher Love” eine Song aus den achtziger Jahren  folgt in einer ganz anderen Art.

 Animation Fotos von Thilo Ortmann    Steve Winwood

Animation aus Bildern von Thilo Ortmann - Winterbach.  Die Bilder kann man in Ruhe betrachten siehe Link unten

Den Abschluß bildete der frühere Traffic-Klassiker “Dear Mr. Fantasy“ mit dem allseits beliebten Gitarrensolo und „Gimme Somme Loving“ mit der stampfenden Orgel und Steve powervollen Gesang krönte dann diese Konzert als Zugabe und zur Freude des Publikums, die Steve ja nun seit Spencer Davis Group Zeiten kennen und auch wissen das dieser Song nicht nur von Steve komplett allein geschrieben worden ist 1967 und nun mal einer seiner größten Hits war und bleiben wird.

Ein sehr positiver Radiobericht über dieses Konzert ist hier nachzuhören auf SWR 1:

http://www.swr.de/swr1/bw/musik/-/id=446320/did=5166868/pv=mplayer/vv=popup/nid=446320/x34wc0/index.html

Nach dem Konzert hatte ich zwar das Glück Steve sehen zu können, aber bei dem Sturm auf ihn war es natürlich nicht möglich in Ruhe ein paar Sätze zu sprechen, weil viele Leute natürlich was wollten und dann doch schon eine gewisse Aufbruchstimmung herrschte. Vor allem zeigt sich doch die allseits bekannte Scheu von ihm. Er liebt nicht so den Rummel um seine Person, aber Autogramme gibt er doch an die wenigen Fans die es backstage geschafft hatten zu kommen. Es blieb ihm dann auch nur noch der Rückzug ins Cateringzelt, um mit seiner Band in Ruhe zu Abend zu essen.

    Steve Winwood  Steve Winwood  Steve Winwood    Steve Winwood
     Hier nur ein kleiner Einblick backstage in Gesprächen, mit Steffen Clauss Eintrag ins Gästebuch  und beim Abendbrot mit  Bandkollegen.

Ich habe ja nun schon etliche Konzerte von Steve live gesehen auch mit verschiedenen Bandzusammenstellungen. Auch auf Youtube sind immer mal wieder vor allem aus Amerika viele Livesachen  zu Ansicht gekommen und auch auf den diversen Live DVDs ist immer wieder zu beobachten mit welcher einer Akribie und Liebe zur Musik  und egal mit welchen Kollegen, ob bekannt oder unbekannt er zusammenspielte, er wirklich einer der Musiker ist, die einen hohen Standart erreicht haben und auch verstehen diesen zu halten. Ob nun sein unverkennbarer Gesang ob laut und kraftvoll oder auch die leiseren gefühlvollen Töne die er excellent beherrscht, lassen einen aber vor allem mich immer wieder fasziniert zuhören.

Ebenso sein Talent als Musiker an seiner geliebten Hammond B3, der man die Herumreiserei schon ansieht, wo er  wirklich tolle Klangbilder aus diesem Instrument zu zaubern in der Lage ist und dies auch noch in seinem ihm ureigen unverkennbaren Stil. Sogar das er schon seit Jahren auf einen Bassisten verzichtet, weil er dieses mittels seiner Orgel so hervorragend umsetzen kann. Aber auch sein zeitweise doch sehr ins Hintertreffen geratene Spiel an der Gitarre, zu welchem er jetzt seit ca. 2007 wieder so richtig angestachelt durch seinen Freund Eric Clapton wieder erfreulicherweise mehr in den Vordergrund getreten ist, zeigt hier seine ureigenste Handschrift. Es ist wirklich schön zu sehen und zu hören, dass Steve nicht nur mit seinen ebenso weltbekannten Kollegen und Freunden mithält, sondern auch selber zeigt, das handegmachte Musik immer noch sehr gut und zeitlos ist und bleiben wird und nie langweilig sein muß. Steves Art Musik zu machen und vorzutragen ist einfach schwer zu beschreiben. Hier sage ich nur einfach, gerne immer wieder hinhören, es finden sich immer wieder neue Nuance.

Steve Winwood ist wirklich eine Reise wert. Das weiß ich auch aus diversen Quellen, er lockt wirklich nicht nur die Leute aus den jeweiligen Konzertorten an, sondern auch aus weiteren Regionen.

Bedanken an dieser Stelle möchte ich mich hier bei Steffen Clauss von der Kulturinitiative Rock e.V. für das wirklich gelungene Konzert.   Auch die sehr gute empfehlenswerte Unterbringung im Gasthaus Raisch in Winterbach will ich hier nicht unerwähnt lassen. Weiter  Bernhard, ein absolut gestandener weit herumgekommener Rockmusikfan, der mich begleitete und auch zu einer meinen Infolieferanten für meiner Site dazugehört. Weiter für die Bilder aus Witerbach die ich hier zu Animationen verarbeiten konnte von Thilo Ortmann.

Von Bernhard weiß ich auch, dass es von diesem Konzert auf sicher einen Teilmitschnitt auf SWR 1 geben wird bei einem der Sendungen in der Reihe Kophörer jeweils Sontagsabends von 22 bis  24 Uhr Anfang August. Genaueres demnächst auf der Startseite zum genauen Sendetermin und wie dies zu empfangen ist.  Bin selber schon gespannt und freu mich darauf. Eine schönere Erinnerung kann es nicht geben. 

Leider bei Anfrage bei SWR 1 gab es die Auskunft, daß kein Mittschnitt gemacht wurde, was sehr schade ist.

Leider sind meine eigenen Fotos nicht so gut ausgefallen, da ich nicht so über eine Profiausrüstung verfüge wie die gestandene Pressemeute und Profifotografen. Aber auch der Stress, damit meine ich die wenige Zeit, die das Management von Steve es zuläßt in Ruhe Bilder machen zu dürfen, hatte natürlch auch noch ein übriges dazugetan. Daher zusätzlich noch die Animationen aus den Bildern vom Zeltspektakel Thilo Ortmann.

Daher bin ich froh, daß es hier eine Super-Bildergalerie von diesem Konzert zu sehen gibt unter:
http://www.zeltspektakel.com/2009/impressionen/090723/index.html

Weiter noch der Tourbericht von Steves Tour-Manager Jason Jarvis:
http://www.dubjae.blogspot.com/

Weiter hier  u. a. die Geschichte der Kulturinitiative Rock e.V und welche Künstler und Bands bereits schon in Winterbach so aufgetreten sind:
http://www.kulturinitiative-rock.de

Weitere Berichte und Bildergalerien auch von den anderen Deutschlandkonzerten, die noch auftauchen werden, sind dann noch über die Presslinks zu finden.

 

   

ChO