03. Juni 2010 Eric
Clapton und Steve Winwood in Hamburg das Konzert
20:10 Uhr. Es wird dunkel in der O2 World vormals Color Line Arena in Hamburg. Zwei Freunde mit ihrer Band betraten die Bühne.
Eric begrüßte uns und dann ging es auch gleich los mit "Had
To Cry Today" . Nach diesem Warm-up machten Eric und Steve mit "Low Down" und "After Midnight" schwungvoll weiter. Steve war inzwischen an die Orgel gewechselt und unterstützte Eric auch gesanglich mit seiner unverkennbaren Soulstimme, sowie mit differenzierten und jeweils passenden Orgelpassagen. So langsam
tauchte dadurch eine gewisse Atmosphäre auf, die wirklich nur gute
Freunde verströmen können, weil sie wirklich zeigen, daß sie ihre Musik, vielmehr Blues- und Rockmusik, lieben.
Als
nächstes gab es eine Reminiscence an Blind Faith Zeiten mit Eric
Claptons "Presence Of The Lord" unterbrochen von Traffic`s Instrumental "Glad" von und mit Steve am Flügel und und dem Blind Faith Hit
"Well, Alright" ( von Buddy Holly ). Auch hier wechselten sich die
beiden sehr
schön ab mit ihren Instrumenten und hatten natürlich diesem
fast 40 jährigen Songs ein modernes Kleid übergestreift.
Als nächstes war Eric so richtig in seinem Element mit "It’s Too Bad". Er zeigt
hier auch, daß er eigentlich auch eine schöne angenehme
Singstimme vorzuweisen hat, die sich nicht hinter Steve verstecken
muß, was vor allem auch bei den Duetten deutlich zu hören war.
"While
You See A Chance", ( von Steve die Musik und Will Jennings der Text )
ein Song, den Steve auf seiner LP Arc Of A Diver 1980 im Alleingang
eingespielt hatte erfuhr hier eine
absolute Frischzellenkur. Steve ganz im seinem Element, führte mit
gefühlvoller Stimme und seine Orgelpassagen zwar an, aber Eric ließ es sich nicht nehmen dementsprechend seinen Gitarrenpart beizusteuern. Etwas flotter ging es dann wieder zu Sache mit "Key To The Highway" ( Originalsingle von Charlie Segar ) aus Eric seinem Repertoire. Die Freunde drehten jetzt richtig auf. "Pearly Queen" aus Traffic Tagen (
Musik Steve und Text von Jim Capaldi ) beruhigte auf angenehme Weise
durch Steve`s sanfte Vocaltöne und Eric`s dezent angelegten Gitarrenriffs wieder die Gemüter.
Nun
folgte "Crossroads" ( von Robert Johnson ), welches die beiden schon ca
1968 unter Eric Claptons Powerhouse das erste mal eingespielt hatten
und bei
Cream zum Hit wurde. Hier kam wieder sehr vertärkt die
langjährige freundschaftliche Verbundenheit der beiden Musiker beonders
zu Geltung. Was sich auch bei dem nächsten Song "Georgia"
(eigentlich "Georgia On My Mnd" von Hoagy Carmichael 1930 ) weiter
fortsetzte. Obwohl dieser Songcover aus den Spencer Davis Group
Zeiten ( vormals Ray Charles ) stammt, hat Steve als junger Mann diesen Song schon so
überzeugend mit seiner Stimme faszinierend vorgetragen. Hat
dieses Stück seinen Zauber auf keinen Fall verloren. Steves Stimme
ist nach wie vor absolut da und dazu nun das natürlich über
die über 4 Jahrzehnte gereifte Hammondorgelspiel dazu, hat den
Zauber dieses Songs erhalten und was besonders schön integriert
war, war auch das Gitarrensolo von Eric, das da herkam, als wenn es
schon immer dazugehört hätte. Nach dieser sehr ruhigen gefühlvollen Nummer, kam der akustische Teil des Abends.

Die
Herren setzen sich nun auch hin, als wenn sie sich zu uns setzen
wollten und starteten mit dem etwas ruhigeren "Driftin" ( eigentlich
"Driftin Blues" von Charles Brown ), gefolgt
von den auch sehr schönen Songs "How Long" ( "How Long Blues" von Leroy Carr ) und "Layla" ( von Eric ). Mit dem
von Steve geschrieben Blind Faith Song "Can’t Find My Way
Home" wurde dann der Akustic-Set beendet. Es war schön anzusehen
und anzuhören, wie sich die beiden gegenenseitig ohne den andern zubehindern oder zu übertrumpfen diese Songs vortrugen. Jeder kam zu seinem Recht.
Da
sich ja langsam das Ende des Konzertes anzukündigen drohte, gab es
"Gimme Some loving", Hitdauerbrenner aus Spencer Davis Group
Tagen und auch geschrieben von Steve. Hier ließ Steve an seiner
Hammond so richtig die fetzigen souligen Klangebilde durch die Halle fliegen und Eric setzte mit der Gitarre auch noch eins drauf. Aber das war wie gesagt noch nicht das Ende, denn
nun gab den Jimi Hendrix Klassiker "Voodoo Chile". Hier ist die
Verbindung, daß Steve schon 1968 bei der Produktion den Orgelpart
mit eingespielt hat. Innerhalb der ca. 15 Minuten zeigten Steve und
Eric alles aus voller Inbrunst und Gedenken an Jimi
Hendrix was ihre Instrumente in der Lage waren herzugegeben. Eric zeigte
in seinen Gitarrenparts soviel überströmendes Gefühl
und auch seine legendäre Fingerfertigkeit. Steve begleitete ihn
mit sanftesten leisen Töne aus seiner Hammond und konnte
ebenso mit einfühlsamen Soloeinlagen brillieren. Auch die
sparsamen Gesangspassagen hatte ihre Berechtigung und setzen dem Ganzen ein schönes i-Tüpfelchen auf.
Als
die ersten Töne aus Erics Gitarre zum letzen Song "Cocaine" ( von
J.J.Cale ) erklangen, gab es in der Halle kein Halten mehr. Alles was Beine
hatte, versuchte einen Platz vor der Bühnenabsperrung zu erlangen.
Nun kochte der Saal sprichwörtlich. Da soll doch mal einer
sagen die sturen Norddeutschen sind nicht in der Lage Stimmung zu
zeigen und dies auch ebenfalls den Künstlern. Eric und
Steve rockten nun endgültig die Color Line Arena. Fast 16.000 Fans
gaben nun den Beiden die wohlverdiente Ehre mit dieser Aktion.
Daher gab es dann als Zugabe noch den Traffic-Klassiker "Dear Mr.
Fantasy" ( Gemeinschaftlich von Chris Wood, Jim Capaldi und Steve
geschrieben). Hier war Steve natürlich in seinem Element
an der Gitarre und zeigte, wie auch in den etlichen Songs davor,
daß er durchaus ebenbürtig an diesem Instrument ist wie Eric, der es sich aber auch nicht nehmen lies seinen Teil dazu beizutragen.

Man
spürte richtig, daß hier zwei altgediente Freunde ihrer
Musik frönen und das auch gerne mit ihren Fans teilen und das auch
mit viel Freude gezeigt haben. Natürlich darf man die
hochkarätige Unterstützung durch Chris Stainton –
Keyboards, Willie
Weeks – Bass, Steve Gadd – Drums und den
Backgroundsängerinnen Michelle John und Sharon White nicht
unterschlagen. Sie gaben
den beiden Freunden das angemessene Gerüst für diese
Konzert-Sternstunde hier in Hamburg. Für die Fotos noch ganz
lieben Dank an meinen Mitstreiter Sven an dieser Stelle.

ChO